Babypflanzenstube

Babypflanzenstube

Ich bin ein bißchen spät dran – obwohl, nein, eigentlich nicht. Ich weiß, die meisten Gartenratgeber empfehlen, mit der Anzucht des jungen Gemüses schon im Februar anzufangen, und für die meisten Ecken in Deutschland macht das wahrscheinlich sogar Sinn. Aber nicht für uns hier oben auf luftigen 600 m Höhe, wo es im März regelmäßig nochmal schneit und auch der April regelmäßig eher Winter ist. Wenn ich mehr Platz hätte, einen Wintergarten oder ein frostsicheres Gewächshaus … aber egal, Kräuter kann man eh ganzjährig auf der Fensterbank kultivieren, und die Tomaten werden schon noch wachsen, hoffe ich.
Von links nach rechts: Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, „Dattelwein“ (gelbe Tomate mit ovalen Früchten), „Indigo Rose“ (schwarze Tomate – ja, ich weiß, irgendwie pervers, aber ich wollte ein bißchen Farbe im Essen, schließlich hab ich ja auch braunen Salat) und zweimal „Sweet Million“ (Cocktailtomate, auch geeignet für den Naschbalkon).
Im Hintergrund seht ihr übrigens den Hauswurz (Semper Vivum), der heimlich versucht, aus der ollen Schublade zu klettern. Muß ich wohl doch mal umtopfen.

Die Kohlrabi-Babies, die Zucchini-Teenager und die Prunkbohnen-Prinzessinnen sind Geschenke von meiner Nachbarin. Sonntag ist der letzte Tag der Eisheiligen, bis dahin stehen sie noch geschützt, aber danach kommen die Kohlrabis ins Hochbeet, die Zucchinis bekommen große Pötte mit extraguter Gemüseerde, und die Prunkbohnen werde ich wahrscheinlich an den Zaun pflanzen. Und dann hoffen wir einfach mal auf Abwechslung auf dem Speiseplan.

In dieser Jahreszeit ist der Garten einfach eine solche Freude. Es grünt und blüht an allen Ecken und Enden, seht selbst:

Das Apfelbäumchen hatten wir zwei Jahre im Topf, dieses Frühjahr haben wir es ausgepflanzt, und es belohnt uns mit extra schönen Blüten. Hoffentlich werden auch ein paar Äpfel draus. Das Kirschbäumchen gibt sich auch ordentlich Mühe, und dieses Jahr können wir vielleicht auch auf die ersten Haselnüsse aus eigener Produktion hoffen.

To plant a garden is to believe in tomorrow.
Audrey Hepburn

Ringelnatter

eine kunterbunte Ringelnatter

Ich stricke immer noch an den beiden Pullis herum. Das Tüpfeltier hatte ich ja schon mal gezeigt, und nach derselben Methode („Strange Brew“ von Tin Can Knits) entsteht auch die Ringelnatter. Ich wollte so gerne mal einen kunterbunten Ringelpulli, und natürlich läßt sich an so einem einfach glatt rechts gestrickten Pulli viel besser abmessen, ob er paßt (und wenn ich noch ein bißchen nachdenke, fallen mir bestimmt noch ein paar mehr Ausreden ein, warum ich un-pe-tinkt! gleich noch einen zweiten Pulli anstricken mußte). Ich bin überaus überrascht, aber alles paßte auf Anhieb und ganz nach „Vorschrift“, und der Pulli wird wirklich herrlich fröhlich bunt. Auf das Fäden vernähen freue ich mich natürlich besonders. Nicht.

Die Drops Baby Merino fühlt sich herrlich kuschelig an, sie verstrickt sich toll, hat ein wunderbar klares Maschenbild, und ich denke, den Pulli direkt auf der Haut tragen dürfte kein Problem sein. Vielleicht mache ich noch einen Streifenpulli, aber mit breiteren Streifen. Also natürlich erst, wenn die Ringelnatter und das Tüpfeltier fertig sind, klar.

Mein erstes selbstgemachtes Schnittmuster

das selbstgemachte Schnittmuster

Ich nähe so gerne Kleidung, aber ich habe immer ein Problem dabei: ich bin klein und dick. Die meisten Schnittmuster werden für die Standardkörpergröße von 1,68 m erstellt. Ich bin knapp 20 cm kleiner. Es ist aber nicht mit kürzen getan, sondern auch die Proportionen müssen angepaßt werden – ein Mordsaufwand, und überaus frustrierend, wenn dann am Ende doch nichts so richtig da sitzt, wo es hingehört. Deshalb lerne ich jetzt, meine eigenen Schnittmuster zu erstellen. Ich habe mir schon vor einer gefühlten Ewigkeit einige Kaidso-Kurse gekauft – und mich dann nicht rangetraut, weil ist doch bestimmt alles super kompliziert, und da muß ich bestimmt rechnen und das mache ich dann mal in Ruhe. Pfffffffft.

Kurz gesagt: nee, ist gar nicht kompliziert. Ich war wirklich überrascht, wie einfach ich jetzt zu einem – zugegeben sehr simplen – Kleid gekommen bin. Ich habe das Tank Top aus dem Grundkurs einfach verlängert zu einem ärmellosen Kleid. Da ich es wie ein Trägerkleid über Shirts anziehen möchte, habe ich an beiden Seiten ein paar Extrazentimeter dazugeschmuggelt und den Ausschnitt tiefer gezogen, denn man soll ja auch noch was vom Shirt sehen.

die "Rohfassung"

Und so sieht der erste Versuch aus. Nein, es ist noch nicht fertig – ich habe erstmal nur geheftet und dann anprobiert, um zu sehen, wo ich noch nachbessern muß. An den Trägern kann ich die Extrazentimeter wieder wegnehmen, den hinteren Ausschnitt kann ich noch etwas runterziehen, über den Hüften kann ich etwas flacher nähen, da bin ich gar nicht so gerundet, wie ich dachte, und Abnäher über der Brust werde ich wahrscheinlich noch einfügen müssen. Auschnitt und Armausschnitte werde ich einfach mit Jerseyband einfassen und unten säumen.

Ich habe den Kurs Schritt für Schritt nachgemacht und bin wirklich restlos begeistert und auch überrascht, wie einfach das ging. Jetzt kann ich mir durchaus vorstellen, mich auch mal an Ärmel zu trauen. Ich hab da noch einen leichten Ringeljersey, da könnte ich doch ein Shirt mit Ärmeln ….

Strange Brew

Ich kann’s nicht lassen … natürlich ist das Tuch noch nicht fertig, da juckt es schon wieder in den Fingern, etwas Neues anzufangen, möglichst bunt und was zum Anziehen und wenn wir schon dabei sind, könnte ich doch gleich mal die „Strange Brew“ – Methode von Tin Can Knits ausprobieren, denn irgendwie muß es doch möglich sein, eine vernünftige, tragbare Rundpasse hinzubekommen.

Inspiriert vom Sea Glass Sweater von Wool & Pine habe ich einfach nur ein 1 x 1 Muster genommen, so wird es reichlich bunt, läßt sich aber sehr einfach stricken. Ich habe schon die dritte Zunahmerunde geschafft, und bisher paßt alles ganz wunderbar. Zur Feier des Tages habe ich dann gleich noch einen Pulli angeschlagen, der soll dann einfach geringelt sein.

Und weil endlich Frühling ist, habe ich mir heute doch tatsächlich mal ein Stündchen stricken in der Sonne gegönnt. Daran könnte ich mich echt gewöhnen.