Cappuccino im Schatzkästchen

Hinweis: dies ist keine Werbung! Mehr so ’ne kleine Liebeserklärung. Weil war schön dort.

Oktober, strahlender Sonnenschein, warm war es auch, und wir machten uns auf den Weg zum Scale-Park Stelzendorf mit den ganz kleinen Autos (dazu demnächst mehr in diesem Theater). Nach einer amüsanten und teils blutdruckbeschleunigenden längeren Weile im Parcours hatte ich Kaffeedurst. Okay, ehrlich gesagt brauchte ich eine Pause, und mir fiel ein, daß wir beim Reinfahren nach Stelzendorf an einem Café vorbeigekommen waren. Schnell einen Kaffee, dann über den Parcours zurück zum Auto und dann ab nach Hause, dauert ja nicht lange.

Hähä. Pfeiffedeckel, wie Oma immer gesagt hat. Weil … wir kamen durch das Tor und ich war baff. Das war nicht einfach ein Café, das war ein Schatzkästchen, irgendwie aus der Zeit gefallen (aber auf diese gute, entschleunigende Weise, nach der wir ja alle irgendwie Sehnsucht haben), mit bunt zusammengewürftelten Sitzgruppen, mit Pflanzen überall, und über allem dieses Gefühl von Instant Home. Wir haben dann erstmal die ganz kleinen Autos ordentlich im Innenhof geparkt und uns mit der kleinen Katze bekannt gemacht, die neugierig angeschlichen kam. Und dann stand ich da und wußte gar nicht, was ich zuerst fotografieren sollte. Steve hat mich dann freundlicherweise daran erinnert, daß wir ja eigentlich wegen Kaffee gekommen waren … also rein ins Café, an dem Sofa mit dem bunten Quilt vorbei, durch den Raum mit den bunt zusammengewürftelten und so gut zusammenpassenden Möbeln, in die große Küche. Und weil ich wirklich nicht weiß, wie ich alles beschreiben soll, gibt’s einfach Fotos.

Ich könnte Stunden dort verbringen und würde immer noch was Neues entdecken. Und ich bin so froh, daß wirklich jemand das Café gebaut hat, von dem ich so oft geträumt habe. Vielleicht ganz gut, daß es doch etwa eine Stunde Fahrt ist von uns aus, sonst wäre ich wahrscheinlich jeden Tag dort, zum Lesen und Fotografieren und einfach stillsitzen und schauen. Wer auch mal hin möchte: Ihr findet die Patisserie Bergmann in Stelzendorf / Thüringen, und natürlich auch bei Facebook und Instagram.

Vielen Dank, Doreen. Für den schönen Nachmittag, das gute Gespräch und daß ich fotografieren durfte.

Tofu-Reis-Salat

Beim Einkaufen fanden wir Räuchertofu im Angebot, und gleich fiel mir wieder ein, daß ich vor -zig Jahren mal ein Rezept hatte, für das Räuchertofu in Sojasauce mariniert wird. Kann ja nicht so schwer wiederzufinden sein, dachte ich mir.

So sieht er aus, der Räuchertofu. Oder vielmehr, so sah er aus, nachdem ich ihn schon entwässert hatte, sprich in Küchenpapier gewickelt und mit einem Topf beschwert, damit das Wasser rausgeht und er sich später mit Marinade vollsaugen kann wie ein Schwamm. In dem Topf war übrigens Wasser mit Mu-Err-Pilzen darin, die ja etwa 15 min in kaltem Wasser quellen müssen, bevor man sie weiterverarbeiten kann.

Mit Mengenangaben kann ich nicht dienen, weil ich mehr so „pi mal Daumen, könnte schmecken“ gewerkelt habe, aber hier einfach mal das so das rudimentäre Rezept:

  • Reis in Brühe kochen, abgießen und zur Seite stellen
  • Tofu in Stücke oder Würfel schneiden, und mindestens 2 Stunden marinieren.
  • Für die Marinade helle und dunkle Sojasoße, Sweet Chili Sauce, Zitronensaft und braunen Zucker verrühren. (Es kann natürlich auch Reisessig statt Zitronensaft sein, da hatte ich aber keinen mehr, und es kann auch ein Schuß Oyster Sauce und ein Löffel Chilipaste mit dazu, je nach Geschmack).
  • Mu-Err-Pilze 15 min in kaltem Wasser quellen lassen, abgießen, gründlich spülen und mit frischem Wasser 5 min kochen.
  • Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, die grünen Enden in größere Stücke schneiden. Paprika in große Würfel schneiden, Pilze in dünne Streifen schneiden.
  • Die Tofustücke in etwas Öl anbraten. Gemüse dazugeben und leicht anbraten. Die restliche Marinade dazugeben und einköcheln lassen. Zum Schluß Reis dazu, alles gut durchmischen und noch ein paar Minuten in der Pfanne brutzeln lassen.

Das tolle an dem Salat ist, daß er heiß und kalt gleichermaßen gut schmeckt. Ich denke, das wird ein neues Lieblingsrezept, das ich bestimmt noch öfter kochen werde.

Ist alles Wurscht

Kochen kann ja jeder, aber Wurst machen … eigentlich auch. *grins*
Eigentlich war es Steves Idee, er hatte schon länger davon gesprochen, doch selber mal Wurst machen zu wollen. Und weil Corona war, so komplett mit Ausgangsbeschränkungen und so, und weil man, wenn man nirgends weiter hin kann, endlich mal Zeit hat, alles das auszuprobieren, was man seit Jahren mal machen will, gab es dann eines schönen Tages selbstgemachte Bratwurst.

Okay, das war jetzt ziemlich weit vorgegriffen, also nochmal zurück auf Anfang. Im Grunde ist Wurst machen gar nicht so schwer. Man braucht Fleisch, Gewürze, Därme zum Einfüllen des Bräts, und natürlich einen Fleischwolf (mit dem man nicht nur das Fleisch zerkleinern, sondern später die Masse auch in die Därme füllen kann). Rezepte für alle Arten von Würsten gibt es zuhauf im Internet, und bei Youtube findet sich zudem eine Vielzahl an Videos, die die Zubereitung genauestens erklären, es kann also eigentlich gar nix schiefgehen.

Für unsere Bratwurst hatten wir Schwein. Wichtig: da muß Fett mit ran, sonst wird das Brät eklig trocken und mürbe und schmeckt auch nicht besonders. Gewürze haben wir bereits an die geschnittenen Stücke gegeben, das dreht sich schön mit durch und spart den Arbeitsgang, alles unters Brät zu matschen (was nicht besonders appetitlich ist).

Eine zweite Portion haben wir etwas anders gewürzt, weil Steve neben den üblichen Bratwürsten auch gerne Käse-Chili-Wurste ausprobieren wollte.

Den Käse (Emmentaler) haben wir beim ersten Versuch geraspelt, weshalb er dann leider beim Braten zu schnell geschmolzen und ausgelaufen ist. Beim zweiten Versuch haben wir den Käse gewürfelt, so blieb mehr davon in der Wurst.

Das Schwierige am Einfüllen war zum einen, den Darm auf die doch recht breite Tülle des Fleischwolfs zu bekommen (mittlerweile kein Thema mehr, weil wir uns einen extra Abfüller geleistet haben, der verschieden breite Tüllen für die verschiedenen Wurstsorten hat), und zum anderen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie prall die Wurst werden darf, bevor der Darm platzt. Und ja, es passiert auch heute, mit mehr Erfahrung, doch immer mal, daß der Darm platzt, dann schneidet man ihn eben einfach ab und fängt eine neue Wurst an. Abgedreht wird natürlich erst zum Schluß, wenn die ganze Masse eingefüllt ist.

Und weil Juli war und der Juli 2020 noch richtig Sommer war, so mit Sonne und warm und trocken und so, gab es die Bratwurst natürlich standesgemäßig vom Holzkohlegrill. So wird sie tatsächlich leckerer. Die Chili darin hat für eine feine Schärfenote gesorgt, grad richtig. Dieses Jahr hatten wir nur einmal selbstgemachte Bratwürste, aber dieses Jahr hatten wir ja auch keinen richtigen Sommer, der zum Grillen eingeladen hätte. Dafür freue ich mich jetzt auf den Herbst und aufs Räuchern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mojos für Steve

Die häßlichsten Socken der Welt, ganz zweifellos. Aber auch die mit der besten Paßform, durch die diversen Wechsel zwischen Rippen und Rollen. Steve trägt selten handgestrickte Socken, aber wenn, müssen es Mojos sein.

  • Anleitung: Mojos
  • Wolle: ONline Supersocke Merino color 4fach Farbe 2550
  • Nadeln: 2.5 mm