Und schwups, da isser ja

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Der erste Winterhauch begrüßte uns am Freitag morgen mit einer leichten Puderzuckerschneedecke. Alles ganz easy und harmlos.

Friday morning came along with a first coating of snow. All light and powdry and so innocent looking, no big deal really.

Ich sag noch so „na ja, geht doch, solange es nicht mehr wird“ … berühmte letzte Worte und so. Ich geh dann mal die Einfahrt freischippen, Steve muß ja morgen früh wieder raus.

I thought to myself „well, if that’s all we get, I think I can cope“ … famous last words. I’m off to clear the driveway, Steve has to go to work tomorrow morning.

November Morning

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Heute morgen aufgewacht und Licht gesehen. Anscheinend macht das typisch graue, gruselige, neblige Novemberwetter mal Pause und läßt ein bißchen Sonne durch. Alles ist so schön angefroren, die Blätter knirschen beim Drüberlaufen.

Woke up this morning and saw daylight. Apparently, the dark, gloomy, grey, foggy November weather made way for winter sun, everything’s frozen, and the leaves crunch-crunch-crunch when I step on them.

Kurz entschlossen habe ich die Hunde mitgenommen auf einen kurzen Waldspaziergang. War spaßig, denn mein kleines dunkelblondes Angsthäschen hatte recht schnell genug vom dunklen Wald und ist einfach umgedreht und nach Hause gelaufen, während der freundliche Hyänenhund taub für Frauchens Rufe einfach immer weiter joggte. Erstaunlich, wie schnell man werden kann, wenn man einen tauben Hund einfangen muß … okay, es ging bergab, das hat natürlich geholfen.

I decided to take the dogs out for a short walk around the woods. Now that was so much fun! Little Miss Mouseypants was so scared of the dark, dank woods that she turned around and ran straight home while The Speckled Face, deaf and blind to my calls and frantic waving, kept jogging on and on and on. I was quite amazed at how fast I can run when I need to keep up with the dog … I must admit, though, that going downhill did help some.

Auf dem Heimweg kam die Sonne dann so richtig raus. Die Luft ist wunderbar frisch und rein, und auch wenn es hübsch kalt ist, es ist so schön, wieder mehr als drei Meter weit sehen zu können. Jetzt mache ich ein nettes Feuerchen im Küchenofen, und vielleicht kann ich dann ein bißchen an der neuen Decke weiterstricken.

The sun came out when we were on our way home. The air is so fresh and clear, and even though it’s quite cold, I so enjoy the view that was hidden in fog for weeks. Now I’m off to light a nice fire in the wood stove, and maybe I can spend some quality time with the new blanket I’m knitting.

Cappuccino im Schatzkästchen

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Hinweis: dies ist keine Werbung! Mehr so ’ne kleine Liebeserklärung. Weil war schön dort.

Oktober, strahlender Sonnenschein, warm war es auch, und wir machten uns auf den Weg zum Scale-Park Stelzendorf mit den ganz kleinen Autos (dazu demnächst mehr in diesem Theater). Nach einer amüsanten und teils blutdruckbeschleunigenden längeren Weile im Parcours hatte ich Kaffeedurst. Okay, ehrlich gesagt brauchte ich eine Pause, und mir fiel ein, daß wir beim Reinfahren nach Stelzendorf an einem Café vorbeigekommen waren. Schnell einen Kaffee, dann über den Parcours zurück zum Auto und dann ab nach Hause, dauert ja nicht lange.

Hähä. Pfeiffedeckel, wie Oma immer gesagt hat. Weil … wir kamen durch das Tor und ich war baff. Das war nicht einfach ein Café, das war ein Schatzkästchen, irgendwie aus der Zeit gefallen (aber auf diese gute, entschleunigende Weise, nach der wir ja alle irgendwie Sehnsucht haben), mit bunt zusammengewürftelten Sitzgruppen, mit Pflanzen überall, und über allem dieses Gefühl von Instant Home. Wir haben dann erstmal die ganz kleinen Autos ordentlich im Innenhof geparkt und uns mit der kleinen Katze bekannt gemacht, die neugierig angeschlichen kam. Und dann stand ich da und wußte gar nicht, was ich zuerst fotografieren sollte. Steve hat mich dann freundlicherweise daran erinnert, daß wir ja eigentlich wegen Kaffee gekommen waren … also rein ins Café, an dem Sofa mit dem bunten Quilt vorbei, durch den Raum mit den bunt zusammengewürftelten und so gut zusammenpassenden Möbeln, in die große Küche. Und weil ich wirklich nicht weiß, wie ich alles beschreiben soll, gibt’s einfach Fotos.

Ich könnte Stunden dort verbringen und würde immer noch was Neues entdecken. Und ich bin so froh, daß wirklich jemand das Café gebaut hat, von dem ich so oft geträumt habe. Vielleicht ganz gut, daß es doch etwa eine Stunde Fahrt ist von uns aus, sonst wäre ich wahrscheinlich jeden Tag dort, zum Lesen und Fotografieren und einfach stillsitzen und schauen. Wer auch mal hin möchte: Ihr findet die Patisserie Bergmann in Stelzendorf / Thüringen, und natürlich auch bei Facebook und Instagram.

Vielen Dank, Doreen. Für den schönen Nachmittag, das gute Gespräch und daß ich fotografieren durfte.

Tofu-Reis-Salat

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Beim Einkaufen fanden wir Räuchertofu im Angebot, und gleich fiel mir wieder ein, daß ich vor -zig Jahren mal ein Rezept hatte, für das Räuchertofu in Sojasauce mariniert wird. Kann ja nicht so schwer wiederzufinden sein, dachte ich mir.

So sieht er aus, der Räuchertofu. Oder vielmehr, so sah er aus, nachdem ich ihn schon entwässert hatte, sprich in Küchenpapier gewickelt und mit einem Topf beschwert, damit das Wasser rausgeht und er sich später mit Marinade vollsaugen kann wie ein Schwamm. In dem Topf war übrigens Wasser mit Mu-Err-Pilzen darin, die ja etwa 15 min in kaltem Wasser quellen müssen, bevor man sie weiterverarbeiten kann.

Mit Mengenangaben kann ich nicht dienen, weil ich mehr so „pi mal Daumen, könnte schmecken“ gewerkelt habe, aber hier einfach mal das so das rudimentäre Rezept:

  • Reis in Brühe kochen, abgießen und zur Seite stellen
  • Tofu in Stücke oder Würfel schneiden, und mindestens 2 Stunden marinieren.
  • Für die Marinade helle und dunkle Sojasoße, Sweet Chili Sauce, Zitronensaft und braunen Zucker verrühren. (Es kann natürlich auch Reisessig statt Zitronensaft sein, da hatte ich aber keinen mehr, und es kann auch ein Schuß Oyster Sauce und ein Löffel Chilipaste mit dazu, je nach Geschmack).
  • Mu-Err-Pilze 15 min in kaltem Wasser quellen lassen, abgießen, gründlich spülen und mit frischem Wasser 5 min kochen.
  • Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, die grünen Enden in größere Stücke schneiden. Paprika in große Würfel schneiden, Pilze in dünne Streifen schneiden.
  • Die Tofustücke in etwas Öl anbraten. Gemüse dazugeben und leicht anbraten. Die restliche Marinade dazugeben und einköcheln lassen. Zum Schluß Reis dazu, alles gut durchmischen und noch ein paar Minuten in der Pfanne brutzeln lassen.

Das tolle an dem Salat ist, daß er heiß und kalt gleichermaßen gut schmeckt. Ich denke, das wird ein neues Lieblingsrezept, das ich bestimmt noch öfter kochen werde.

Ist alles Wurscht

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Kochen kann ja jeder, aber Wurst machen … eigentlich auch. *grins*
Eigentlich war es Steves Idee, er hatte schon länger davon gesprochen, doch selber mal Wurst machen zu wollen. Und weil Corona war, so komplett mit Ausgangsbeschränkungen und so, und weil man, wenn man nirgends weiter hin kann, endlich mal Zeit hat, alles das auszuprobieren, was man seit Jahren mal machen will, gab es dann eines schönen Tages selbstgemachte Bratwurst.

Okay, das war jetzt ziemlich weit vorgegriffen, also nochmal zurück auf Anfang. Im Grunde ist Wurst machen gar nicht so schwer. Man braucht Fleisch, Gewürze, Därme zum Einfüllen des Bräts, und natürlich einen Fleischwolf (mit dem man nicht nur das Fleisch zerkleinern, sondern später die Masse auch in die Därme füllen kann). Rezepte für alle Arten von Würsten gibt es zuhauf im Internet, und bei Youtube findet sich zudem eine Vielzahl an Videos, die die Zubereitung genauestens erklären, es kann also eigentlich gar nix schiefgehen.

Für unsere Bratwurst hatten wir Schwein. Wichtig: da muß Fett mit ran, sonst wird das Brät eklig trocken und mürbe und schmeckt auch nicht besonders. Gewürze haben wir bereits an die geschnittenen Stücke gegeben, das dreht sich schön mit durch und spart den Arbeitsgang, alles unters Brät zu matschen (was nicht besonders appetitlich ist).

Eine zweite Portion haben wir etwas anders gewürzt, weil Steve neben den üblichen Bratwürsten auch gerne Käse-Chili-Wurste ausprobieren wollte.

Den Käse (Emmentaler) haben wir beim ersten Versuch geraspelt, weshalb er dann leider beim Braten zu schnell geschmolzen und ausgelaufen ist. Beim zweiten Versuch haben wir den Käse gewürfelt, so blieb mehr davon in der Wurst.

Das Schwierige am Einfüllen war zum einen, den Darm auf die doch recht breite Tülle des Fleischwolfs zu bekommen (mittlerweile kein Thema mehr, weil wir uns einen extra Abfüller geleistet haben, der verschieden breite Tüllen für die verschiedenen Wurstsorten hat), und zum anderen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie prall die Wurst werden darf, bevor der Darm platzt. Und ja, es passiert auch heute, mit mehr Erfahrung, doch immer mal, daß der Darm platzt, dann schneidet man ihn eben einfach ab und fängt eine neue Wurst an. Abgedreht wird natürlich erst zum Schluß, wenn die ganze Masse eingefüllt ist.

Und weil Juli war und der Juli 2020 noch richtig Sommer war, so mit Sonne und warm und trocken und so, gab es die Bratwurst natürlich standesgemäßig vom Holzkohlegrill. So wird sie tatsächlich leckerer. Die Chili darin hat für eine feine Schärfenote gesorgt, grad richtig. Dieses Jahr hatten wir nur einmal selbstgemachte Bratwürste, aber dieses Jahr hatten wir ja auch keinen richtigen Sommer, der zum Grillen eingeladen hätte. Dafür freue ich mich jetzt auf den Herbst und aufs Räuchern. Aber das ist eine andere Geschichte.