„Bella Germania“ – Daniel Speck

Klappentext:
»Er reichte mir ein altes Foto. Ein junges Paar vor dem Mailänder Dom. Die Frau hatte schwarze Haare und sah aus wie ich. Es war, als blickte ich direkt in einen Spiegel. ›Das ist Giulietta‹, sagte er, ›deine Großmutter.‹«
München, 2014: Die Modedesignerin Julia ist kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Als plötzlich ein Mann namens Vincent vor ihr steht, der behauptet, er sei ihr Großvater, gerät ihre Welt aus den Fugen.
Mailand, 1954: Der junge Vincent fährt von München über den Brenner nach Mailand, um dort für seine Firma zu arbeiten. Er verfällt dem Charme Italiens, und er begegnet Giulietta. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch sie ist einem anderen versprochen.
Eine tragische Liebe nimmt ihren Lauf, die auch Jahrzehnte später noch das Leben von Julia völlig verändern wird.

Meine Meinung: Wow. Zuerst tat ich mir ein bißchen schwer mit Specks Erzählstil, er wirkte so hart und kalt auf mich. Aber erzählen kann er wirklich … die Geschichte hat mich in kürzester Zeit so gepackt, daß ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Es gibt wenige Bücher, die mich bis in die frühen Morgenstunden wachhalten und mir nach dem Fertiglesen noch tagelang im Kopf bleiben, aber dieses hat es geschafft. Speck erzählt ja nicht einfach eine Familiengeschichte, sondern auch eine gute Portion der deutschen Geschichte, und ich denke mal, die meisten derjenigen, die vor 1990 geboren sind, finden sich in der einen oder anderen Szene wieder. Der geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert, die Geschichte schlüssig und folgerichtig erzählt, die Charaktere wirken so lebensecht, daß man beim Lesen meint, so einen oder eine kennt man doch auch. Allerdings gab es auch ein paar Situationen, da hätte ich Julia gerne gepackt und geschüttelt, aber im Grunde ist ihr Verhalten absolut schlüssig aus ihrer persönlichen Situation heraus.

Meine Bewertung: 10 von 10 Sternen