Wochenend‘ und Sonnenschein …

… noch jemand außer mir, der findet, daß unser Autozwerg ganz fürchtebar furchtsam aus den Scheinwerfern schaut? Der arme Kerl mußte gestern eine langwierige OP an der offenen Bremse überstehen. Heute darf er sich erholen, bevor sein Herrchen sich morgen um seine Stoßdämpfer kümmert. Ja ja, man hat es nicht leicht als Auto …

Während Herr und Gescherr sich in mechanische Geheimnisse vertieften, habe ich endlich das Hochbeet in Angriff genommen, es mal weitestgehend leergeschaufelt, neuen Kompost eingearbeitet und dann wieder gut befüllt, damit ich meine Kohlrabi reinpflanzen und Möhren und Radieschen säen kann. Die Zucchini-Zöglinge habe ich in große Pötte gesetzt, da haben sie alle Nährstoffe für sich und können fleißig weiterwachsen.

Ich bin tatsächlich am Überlegen, ob ich noch eine gelbe Zucchini und eine schwarze (ja, gibt es wirklich, sie heißt passenderweise „Black Beauty“) säe, bei diesen sommerlichen Temperaturen sollten sie ja gut gedeihen. Kompost habe ich ja noch etwas übrig…

Aber für heute heißt es „Füße hochlegen und die wunderschönen Blüten vom Apfelbäumchen bewundern“. Ich bin schon soooo gespannt, wieviele Äpfel es uns dieses Jahr wohl schenkt.

verlinkt beim Samstagsplausch von Karminrot

Ein Stück Familiengeschichte

Vintage ist ja groß in Mode. Aus Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ werden nicht nur alte Möbelstücke restauriert, sondern auch mal neue auf alt getrimmt, da werden alte Schnittmuster ausgegraben oder neue so angepaßt, daß die Kleidung diesen besonderen „alten“ Charme versprüht. Und dann gibt es da noch diese besonderen Schätze, die einem hin und wieder begegnen, so wie dieses hier.

Dieses alte Schätzchen ist ein Stück Familiengeschichte. Sie gehörte Ururgroßmutter Marie Brey. Marie wurde 1883 im Alter von gerade mal 32 Jahren Witwe, als ihr Mann, der von Beruf Schriftsetzer war, an einer Lungenkrankheit starb – keine Seltenheit in jener Zeit, als Gesundheitsschutz und Arbeitssicherung keine Rolle spielten. In jener „guten alten Zeit“ gab es praktisch keine soziale Absicherung wie Witwen- oder Waisenrente, Arbeitslosengeld oder Grundsicherung, deshalb mußte Marie einen Weg finden, sich selbst und ihre zwei Kinder zu versorgen. Also lud sie ihre tragbare Nähmaschine auf einen Handkarren und erledigte Näh- und Flickarbeiten für die besser situierten Familien, die sich einen solchen Service leisten konnten.

Ich muß sagen, ich habe die größte Hochachtung vor Marie. Diese Nähmaschine, so klein sie auch ist, hat ein ordentliches Gewicht – kein Vergleich zu unseren heutigen modernen Maschinen. Es hat sicher nicht wenig Kraft erfordert, die Maschine auf den Handkarren rauf und am Arbeitsplatz wieder vom Handkarren runter zu heben. Ich kann mir auch gut vorstellen, daß es an manchen Tagen auch alles andere als ein Vergnügen war, mit dem Handkarren loszugehen – bei Eisglätte und Schnee im Winter, oder in diesem ekelhaft naßkalten Novemberregen, der durch sämtliche Kleidungsstücke bis auf die Haut sickert.

Marie hat es geschafft, sie hat ihre Kinder großgezogen und für die Familie gesorgt. Ihre Nähmaschine ist in der Familie geblieben, schon fast 200 Jahre lang, und mit ihr die Erinnerung an eine besondere Frau.