Stoffspielerei im November: Folklore

Folklore – gebildet aus den Wörter „folk“ = Volk und „lore“ = „Überlieferung“. Eine Art überliefertes, kollektives Wissen, eng verknüpft mit Brauchtum und Tradition und sicher auch mit den einen oder anderen Ritualen. Entsprechend sieht Folklore in jedem Eckchen des Landes (und natürlich der Welt) wieder etwas anders aus. Hier in Oberfranken kommt eine ganz alte Tradition mit jedem Jahr wieder mehr zum Tragen – im wahrsten Sinne des Wortes übrigens – denn Dirndl und Trachten sind grad zur Kulmbacher Bierwoche wieder viel zu sehen.

Dirndl gehören für mich ehrlich gesagt trotzdem zur Kategorie „auf gar keinen Fall!“, nicht nur, weil sie in meiner Jugend als total uncool und nur was für ältere Generationen und Schlagerfans galten, sondern auch, weil ich einfach zu klein für so eine Tracht bin. Abgesehen davon hätte ich es auch gar nicht geschafft, innerhalb eines Monats ein ganzes Dirndl zu nähen. Aber irgendwie blieb der Gedanke ans Dirndl im Hinterkopf … und so entstand Resi:

Aufgrund widriger Umstände (Arbeit und noch dazu verkaufsoffener Sonntag) ist Resi leider unvollendet, es fehlen der Reißverschluß und der Träger. Hinter Resis Schürze versteckt sich eine Einschubtasche, die ebenso wie das innere der großen Tasche mit rot-weißem Vichykaro abgefüttert ist. Die Schürzenbänder sind übrigens beidseitig nur bis zur Mitte aufgenäht, die Schleife läßt sich bei Bedarf neu binden. Ein paar Fehler sind mir leider passiert, so ist die Schürze auf einer Seite ein Stückchen weiter in die Naht gefaßt, und auch die Rundungen am Boden sind mir nicht so gut gelungen (und ich habe so das Gefühl, beim Reißverschluß darf ich auch mal wieder das korrekte Trennen üben), aber von vorne sieht man es dank Schürze nicht so gut, und hinten geht eh nur mich was an. 😉 A pro pos…

Auf ein zusätzliches Fach hinten dran habe ich verzichtet, Resi soll ja doch mehr eine Handtasche sein und hat immerhin Platz genug für ein 10″ Tablet innen drin. Ich freue mich schon darauf, sie fertigzunähen, sie wird mich nächstes Jahr bestimmt häufiger begleiten, auch wenn sie farblich irgendwie gar nicht zu mir paßt, aber ich hätte mir auch keinen anderen Stoff für sie vorstellen können als genau diesen.

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Die Beträge zur Stoffspielerei im November sammelt Frau Nahtzugabe

8 comments to Stoffspielerei im November: Folklore

  • Ein Dirndl als Tasche ist eine interessante Wandlung für ein solches Kleidungsstück.
    Bisher kannte ich Kleidchen als Wäscheklammersack.
    Dirndl sind auch nicht meine Sache, alleine der Korsett-Charakter im Mittelteil und die Offenherzigkeit darüber …
    Mit Deiner Tasche bist Du zünftig ausgestattet zur Kulmbacher Bierwoche.
    LG Ute

    • Ella

      Wäscheklammersäcke kenne ich auch, meine Oma hatte einen selbstgemachten. Ich hatte auch kurz darüber nachgedacht, ob ich mir einen nähe. Aber eine Handtasche brauche ich doch eher – also gut, „brauchen“ vielleicht nicht, hab ja schon hundertdrölfzig, aber haben mögen mag ich sie eben. 😉

  • Ich hau mich ab! Eine Tasche als Dirndl mit Schürze find‘ ich ziemlich schräg, aber auch eine sehr witzige Idee! Ich bin ja schon gespannt auf das fertige Exemplar. lg, Gabi

    • Ella

      Ich bin auch schon gespannt, Gabi. Sie soll ja noch einen Reißverschluß bekommen, und ob das so klappt, wie ich mir das denke … wo doch bei mir der Trend eh zum Zweit-Nahttrenner geht.

  • Ein hübsche kleine Tasche! Ich bin begeistert, wie vielfältig der Zugang zum Thema Folkolre ist – zwei Themen ziehen sich allerdings durch: sticken und Tracht.
    Liebe Grüße
    Ines

  • Ein Dirndl würde ich auch niemals nicht tragen (aus deinen angeführten Gründen *kicher*), aber die Tasche ist ja einfach nur süß. Ich hätte niemals nicht gemerkt, dass etwas mit der Schürze nicht stimmt. Zwar wäre rot auch nicht so meine Farbe, aber zu dieser Tasche geht einfach nix anderes.
    Liebe Grüße aus Mittelfranken
    Gusta

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