Sauerteigbrot

(Kommentare: 1)

Ein gutes Sauerteigbrot backen lernen wollte ich schon eine gefühlte Ewigkeit lang. Da dachte ich mir, jetzt wäre doch eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, um es endlich mal in Ruhe auszuprobieren. Denn Sauerteig braucht vor allem Zeit und Geduld - und ich gebe zu, beides fehlt mir im Alltag meistens. 

Es fängt alles mit dem Anstellgut an. Ich habe 100 g Roggenmehl 1150 mit 100 ml Wasser vermischt, gut durchgerührt, und die Pampe einfach stehen lassen. Es gibt ja die unterschiedlichsten Tips, wie lange die Mischung stehen soll. Ich habe mich an ein Buch übers Brot backen gehalten und das ganze 48 Stunden ziehen lassen - mit dem Ergebnis, daß der Starter tatsächlich schon schön säuerlich roch und hübsch vor sich hin blubberte. Dann habe ich meinen Säuerling mit weiteren 100 g Roggenmehl und 100 ml Wasser gefüttert und nochmal 24 Stunden ziehen lassen. Kann natürlich reines Anfängerglück gewesen sein, aber er ist wirklich hübsch durchgezogen, hat ordentlich Bläschen entwickelt und hatte einen ganz angenehmen Geruch. Sogar die Farbe sah genau so aus wie die von dem Starter in einem Youtube-Video, das Steve und ich uns während der Wartezeit zu Gemüte geführt hatten. 

Als es dann ans Backen ging, habe ich 200 g Roggenmehl, 150 g Dinkelmehl und 150 g von meinem Starter vermischt. 50 g habe ich abgenommen zum Weiterfüttern für das nächste Brot. Weil der Starter noch so jung ist, habe ich dann doch noch etwas Hefe dazugenommen, damit das Brot wirklich aufgeht. Zum Würzen habe ich Salz und etwa 5g von einer fertig gekauften Brotgewürzmischung zugegeben. Tja, und dann mußte ich nur noch ordentlich kneten und dann den Teig gehen lassen. Ich habe ihn einfach über Nacht stehen lassen, und am nächsten Morgen war er herrlich. 

Für das Backen habe ich mich dann an eine Empfehlung aus dem Youtube-Video gehalten und das Brot zuerst 10 min auf 220° mit einem Schälchen Wasser darunter gebacken, dann das Wasser entfernt und noch etwa 45 min bei 200° weitergebacken. Es ist zwar trotz Einschneiden an der Seite gerissen, aber die Kruste ist richtig schön knackig geworden, das Innenleben angenehm weich und saftig, und geschmacklich war es auch klasse. 

Wir essen eigentlich eher selten Brot, was wahrscheinlich auch daran liegt, daß wir so gut wie nie frühstücken (außer an den Wochenenden, wenn wir nicht arbeiten müssen, und selbst dann neigen wir eher zu Shakshuka). Deshalb macht es mehr Sinn, lieber öfter kleine Brote zu backen. Der Starter hält sich ja ohne Probleme eine gute Woche im Kühlschrank und kann da leicht weitergefüttert werden - zumindest steht es so im Buch. Das wird dann das nächste große Abenteuer auf meiner Brotbackreise - ob mein kalter Kumpel wohl noch fit ist und mir frisch gefüttert ein weiteres leckeres Brot beschert? 

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Kommentar von Dora Hartung |

Was für ein tolles Brot!!und so viel Arbeit die sich gelohnt hat

Antwort von Ella

Danke, Dora. Und ich hab auch den "kalten Kumpel" erfolgreich wiederbelebt und weitergefüttert. Morgen geht das Backen weiter.