Re:März - April

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Man startet mit den besten Absichten und jeder Menge "Hossa" im Herzen, und dann kommt einem das Leben dazwischen. Zumindest ging es mir so. Und deshalb gibt es heute zwei Monatsrückblicke auf einmal.

Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen hatte ich mir vorgenommen, wenn ich eh schon daheim bleiben muß, mache ich endlich mal die drölfzig Sachen, die ich mir vorgenommen hatte, arbeite an den diversen WIPs weiter, die sich hier so stapeln, nutze die Zeit, um etwas Neues zu lernen und wieder ein bißchen achtsamer zu werden, und auf keinen Fall lasse ich mich von dieser "Ende der Welt" - Stimmung anstecken, die so miesepetrig durch Foren und Social Media geisterte. Tja.

Also ein bißchen was davon hat geklappt - mein erstes Sauerteigbrot war schon mal nicht schlecht, und danach habe ich noch zwei weitere gebacken, die auch durchaus essbar waren. Achtsamer war ich auch in vielerlei Hinsicht, ich habe es wirklich genossen, durch den Garten zu streifen und das tägliche Wachsen und Werden zu beobachten (und auch mit der Kamera festzuhalten). Ich habe ein bißchen ausgemistet und an verschiedenen Projekten gearbeitet, und ich habe jede Menge gelesen - im März waren es 12 Bücher und im April stolze 14.

Was nicht so gut geklappt hat, ist das mit dem nicht von der miesen Stimmung anstecken lassen. Ich merke, daß mir zunehmend diese ganzen Kleinigkeiten fehlen, die so völlig selbstverständlich waren - wie z. B. bei strahlend blauem Himmel und Sonne aus allen Knopflöchern schnell mal aufs Möppi hüpfen und eine Runde drehen, irgendwo anhalten und ein Eis essen oder einen Cappu trinken, vielleicht verbunden mit einem Stadtbummel. Mittlerweile ist selbst Einkaufen für den täglichen Bedarf keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern eher eine pseudomilitärische Aktion, die sorgfältiger strategischer Planung bedarf. Ihr kennt das wahrscheinlich. 

Mittlerweile bin ich soweit, zu akzeptieren, daß Corona uns noch lange begleiten wird. Und selbst wenn das Virus irgendwann nicht mehr das beherrschende Thema in den Schlagzeilen und Nachrichten ist - es wird nie wieder werden wie vor Corona. Aber vielleicht hat das auch etwas Gutes. Denn etwas nicht als selbstverständlich anzusehen, hilft ja auch, es mehr zu schätzen. Und dankbar zu sein für das, was man hat, statt einfach nur immer mehr an sich raffen zu wollen, hat ja noch nie geschadet. 

Was nun also die WIPs und Projekte angeht - ähem. Also ich arbeite weiter an der 30er-Decke, die bis zum nächsten Hochzeitstag fertig sein soll. Außerdem habe ich ein weiteres Paar Stinos fertig und gleich den nächsten Socken angeschlagen. Ein Pulli ist zu etwa einem Drittel fertig, und kunterbunte Fuchspfötchen sind im Entstehen. Zudem habe ich mit etwas tüfteln und probieren eine Idee für meine diversen Sockenwollenreste umsetzen können - noch ein Langzeitprojekt übrigens, wie auch mein Rag Quilt, der im Moment mal etwas ruht. 

Der April geht grau und regnerisch zuende, und ich vermute mal, der Mai wird ähnlich beginnen. Oder anders ausgedrückt: bestes Strickwetter. Ihr entschuldigt mich dann mal, ich habe eine dringende Verabredung mit zwei spitzen Metallstöckchen. 

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