Journaling

(Kommentare: 1)

Ich hab mich endlich getraut. Seit Jahren schaue ich mehr oder weniger neidisch die tollen Fotos und Videos über Art Journals oder Bullet Journals an und würde doch auch so gerne mal, und weiß doch aber, ich kann eigentlich überhaupt nicht zeichnen und bin auch nicht so kreativ und überhaupt und so. Wobei ... so eine Art Bullet Journal hab ich eigentlich schon gehabt, bevor es überhaupt in Mode kam. Ich hatte immer einen Kalender, in den ich mir Termine und Arbeitszeiten notiert und diverse mehr oder weniger umfangreiche To-Do-Listen reingekritzelt habe. Von den Tapetenrollen mit Projekten, die ich irgendwann ganz bestimmt mal in Angriff nehmen werde, mal ganz zu schweigen. Nur was das Visuelle, das Bunte, das Aufgehübschte angeht, da wußte ich wirklich nicht, wo ich anfangen soll. 

Natürlich hab ich sie alle gelesen, die "Do's" und "Don't's" des Bullet Journaling, die Website von Ryder Carroll, die Tips und Tricks für Anfänger, die "xx supertolle MUSTHAVE - Spreads" - Artikel und die gefühlt Millionen Empfehlungen für das beste, kreativste, tollste Zubehör. Das allein war übrigens schon ein Punkt zum Abgewöhnen. Mal ehrlich, hat mal jemand zusammengerechnet, was so eine empfohlen Erstausstattung für angehende Bullet Journaler kostet?? Dafür könnte ich mir auch einen schicken Fair Isle-Pulli aus Originalwolle stricken. So ungefähr jedenfalls. 

In den letzten Wochen habe ich aber doch mal wieder in die Journaler-Welt hineingespitzt, so als Gegengewicht zum Wetterdrama vor dem Fenster (täglich drei Aufführungen von 50 Shades of Grey, wir sind mittlerweile schon dankbar, wenn es nur regnet und nicht schneit). Und dann hab ich ein altes Notizbuch in A5 mit Hardcover und Blankoseiten rausgekramt, ein altes Buch dazu, ein paar Sticker, meine 99-ct-Gelschreiber und die Stempelkits aus dem Discounter dazu, die Filzstifte vom anderen Discounter und die Tube Klebstoff, von der ich eigentlich dachte, daß sie schon längst eingetrocknet wäre. Tja, was soll ich sagen ... ging. Die erste Seite gefällt mir tatsächlich schon mal nicht schlecht.

Weil ich grad so schön im kreativen Flow war, habe ich mir noch mehr alte Buchseiten geschnappt und sie mit Wasserfarben bemalt. Farben aus dem guten alten Schultuschkasten. Eine Seite habe ich glatt auf dem Tisch liegend trocknen lassen, die andere noch feucht zusammengeknüllt und nach dem Trocknen vorsichtig auseinandergezogen und flachgeklopft (buchstäblich). Was ich damit mache, weiß ich noch nicht, aber irgendwie finden sie bestimmt den Weg ins Journal. Es hat jedenfalls Spaß gemacht, nicht nur mit Farben, sondern auch mit Texturen und Strukturen zu spielen.

Nachdem das alles so schön geklappt und Riesenspaß gemacht hat, habe ich auch das Thema Bullet Journal noch mal in Angriff genommen. Voila:

Ausgangspunkt hierfür ist ein simples kariertes Schulheft, das ich im weißnichtmehrwievielPack bei Amazon gekauft habe. Inhalt sind 32 Blatt, und wenn ich mich nicht verzählt habe, reicht es genau für 12 Monatsübersichten und diverse Wochen. Dieses Heft wird ein paar leere Seiten behalten, weil ich erst im Mai angefangen habe, aber macht ja nix, hab ich noch ein bißchen Platz zum Experimentieren und ausprobieren. In diesem Heft ist alles sehr simpel gehalten. Vorn die Monatsübersichten - pro Monat eine Seite - jeder Monat hat in der Mitte eine Leiste mit den Tagen, links Platz für private Termine und rechts für berufliche. Sonn- und Feiertage werden bunt markiert, aber ansonsten sind die Übersichten eher minimalistisch gehalten. Oben ist dann Platz für ein bißchen was Buntes, sprich den Monatsnamen und ein bißchen Tüddelkram dazu. 

Die Wochenübersichten sind ähnlich überschaubar. Pro Woche eine Seite mit sieben Spalten für die sieben Tage. So schrecklich viele Termine habe ich ja im Moment nicht, deshalb nutze ich den Platz, um mir gelesene und gehörte Bücher aufzuschreiben. Diese Übersichten sollen auch zukünftig so schlicht bleiben, damit ich immer auf einen Blick sehen kann, was in der jeweiligen Woche bzw am jeweiligen Tag ansteht. Weil es aber so ganz ohne alles doch ein bißchen kahl aussah, und weil ich in einem Video so bezaubernd einfache Bienchen-Doodles gesehen hatte, sind bei mir also auch die Bienen los. Na ja, dem Taillenumfang nach zu urteilen vielleicht doch eher Hummeln. *grins*

Ich konnte gar nicht mehr aufhören, Hummeln zu doodlen, und so fliegen jetzt auch viele dicke Brummer durch meinen August. Und weil ich danach immer noch nicht genug hatte, habe ich ein neues Headerbild fürs Blog gebastelt, auch mit Hummeln (handgemalt mit der Maus und viel Geduld), und gleich noch das Farbthema entsprechend angepaßt. 

Das Heft mit den Monats- und Wochenübersichten paßt genau in mein Traveler's Notebook. Also werde ich dieses Prinzip wahrscheinlich auch nächstes Jahr beibehalten, ein einfaches Heft mit Übersichten zu erstellen, und zusätzlich wechselnde Hefte für Notizen, Collagen, Ideen und alles sonstige dabeizuhaben. Im Moment wimmelt meine Amazon-Wunschliste natürlich von Stickern, Washitape, Stiften, Brush Pens, Motivstanzern und Notizbüchern, und das eine oder andere davon werde ich wahrscheinlich auch ausprobieren. Viel spannender finde ich im Moment allerdings den Gedanken, alte Briefumschläge, Briefmarken, eigene Foto- und Stickerdrucke und alte Buchseiten zu verwenden. Wenn Ihr also alte Kinokarten oder Busfahrscheine loswerden wollt ... *grins*

 

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Kommentar von Dora |

Einfach toll, weiter so

Antwort von Ella

Danke schön