Endlich mal wieder trocken

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Man glaubt es kaum, es ist endlich mal wieder trocken! Nach gefühlt monatelangem Novemberwetter, also grau, naß, kalt, kam im Verlauf der Woche tatsächlich mal wieder die Sonne raus, wenn auch zunächst noch etwas zögerlich und nicht so warm. Also nix wie raus in den Garten und mal ein paar Arbeiten erledigen, bevor die Sonne es sich am Ende wieder anders überlegt.

Letzten Sonntag hatten wir angefangen, den wilden Wein an der Hausfront wegzureißen. Zwar mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber es war nötig geworden, denn zwei der Stöcke waren komplett tot und der dritte hatte grad mal vier oder fünf Blätter produziert. Die größeren Äste und Ranken waren ja gleich weg, aber das Abzupfen der ganzen kleinen Tentakeln, mit denen der Wein sich am Haus festgehalten hatte, dauert zur Stunde noch an. Vor allem in Dachnähe, denn da muß man erstmal hinkommen, und wir sind beide keine Freunde großer Höhen, was die Zeit, die wir auf diversen Leitern verbringen, doch erheblich einschränkt. Sobald die Tentakeln Geschichte sind, wird das Haus neu gestrichen, und dann gönnen wir uns Blumenkästen mit vielen bunten Blumen. 

Ich habe den sonnigen Nachmittag genutzt, mal wieder mit der Kamera durch die Gegend zu schleichen. So langsam wächst alles wieder - zumindest alles, was nicht weggespült wurde. Wenn ich mir die Fotos vom letzten Jahr anschaue, könnte ich allerdings heulen. Letztes Jahr um diese Zeit konnten wir schon die ersten Salatblättchen ernten, wir hatten Möhren und Radieschen gesetzt, und die ersten zarten Kohlrabiblattspitzen kamen aus der Erde. Dieses Jahr: nix. Es war einfach viel zu kalt, um auszusähen, und auch drinnen konnte ich nichts vorziehen, weil ich leider nicht den Platz für so viele Jungpflanzen habe. Ein bißchen Salat habe ich im Blumenkasten auf der Fensterbank, aber sonst gähnende Leere. Immerhin war es dieses Jahr so durchgehend kalt, daß die Eisheiligen den Pflanzen nichts antun konnten, somit besteht berechtigte Hoffnung auf eine Handvoll Kirschen von unserem kleinen Kirschbaum und das eine oder andere Äpfelchen. Ich werde trotzdem noch ein paar Tomatensamen in Pflanzkübel sähen und das Beste hoffen, aber alles andere muß eben warten.

Begeistert bin ich dafür von meinen Wurzen. Ich hatte ein paar kleine Pflanzen gekauft und in eine ausrangierte Schublade gepflanzt. Was sahen die doch verloren da drin aus! In der Zwischenzeit sind sie so gewachsen, daß sie die Schublade gut ausfüllen, und Ableger haben sie auch fleißig produziert. Jetzt muß ich mir mal überlegen, was ich damit weiter mache. Eigentlich habe ich keinen Platz im Garten vorgesehen für die Wurze, es war mehr so ein Spontankauf. Vielleicht finde ich ja irgendwo noch eine alte Schublade ... oder besser gleich eine ganze Kommode?

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