Vor zwei Tagen hatte ich mit meiner Mutter ausgemacht, daß ich sie heute besuche. Schließlich, wann habe ich schon mal ein Auto und einen Babysitter für die Hunde? Wir wollten mal ratschen, Strickanleitungen durchschauen, Käffchen trinken, bei Ravelry stöbern, alles schön in Ruhe.
Two days ago, I promised my mom to visit her today. After all, I rarely ever have a car and a dog sitter at my disposal. We had planned to chat some, swap some knitting patterns, have a cuppa, lose time on Ravelry, simply have some quality girls time.
Und dann wachte ich heute morgen auf und hörte schon den Wind ums Haus heulen. Kurzer Blick ins Net ergab Sturmwarnung für die ganze Region, kurzer Blick aus dem Fenster ergab wie besoffen schwankende Bäume. “Willst Du wirklich fahren?” fragte der Lieblingsehemann. Ganz ehrlich, mein Bauchgefühl sagte “Bleib zuhause”. Aber die gute Tochter in mir gewann. Ich kam auch gut bis zu meiner Mutter. Der Wind wurde schwächer, der Regen nahm zu, aber die Straßen waren frei.
Then I woke up today to the sound of wind howling all around the house. A quick glance on the net revealed storm warning for our region, a quick glance out of the window revealed drunkenly swaying trees. “Do you really want to go out?”, the favourite husband asked. To be honest, my gut told me to stay put, but the good daughter part of me won. Actually, the drive was not too bad, the wind grew weaker, the rain heavier, but roads were okay.
Mutti hatte mir grad einen Cappucino hingestellt, als plötzlich ein heftiger Regenguß kam. “Na da hab ich aber noch mal Glück gehabt, daß ich es vor dem Regen noch ins Haus geschafft habe.” sagte ich noch so … Kurz drauf ein Blitz, gefolgt von einem Donnerschlag, und in Sekunden wurde aus dem Regen Schnee und alles war weiß.
Mom had just made me a cappucino when suddenly the rain began to pour. “I’m so lucky to have made it into the house before that downpour started”, I said happily … Next, there was lightning, followed by one really loud thunderclap, and within seconds the rain turned to snow and everything was white.
Soviel dann zum Weibertag. Ich beschloß, sofort zurückzufahren, denn wenn es schon bei Mutti schneit, ist es bei uns hier oben im Wald in der Regel noch viel schlimmer, und ich bin seit Monaten nicht mehr Auto gefahren. Die Straßen waren zwar noch offen, aber durch den Schneematsch stellenweiße rutschig, die Sicht durch Nebel eingeschränkt, es regnete und schneite mal abwechselnd, mal gleichzeitig, und in den Senken wirbelten die LKWs halbe Monsterwellen auf. Und mitten drin Eure Ergebenste, mit dem Herz in der Hose, eiskalten Füßen (wer trägt auch Turnschuhe bei so einem Wetter) und einem ätzend arroganten Bauchgefühl, das triumphierend behauptete “Na was, ich hab doch gleich gesagt, bleib zuhause!”.
So much for quality girl time. I decided to drive back home right away because usually when it snows down there in the valley where mom lives, chances are there’s a real ugly mess up here on the hill in the forest, and I haven’t been driving the car for months. The roads were still clear but slippery with all the snowy slush, it was beginning to get foggy, sometimes it rained, sometimes it snowed, and sometimes, it did both, and in every ditch, there was at least one van creating a monster wave. And yours truly in the middle of it all, with her heart dropping to her pants, ice-cold feet (now who could be so stupid to wear sneakers on a day like this?) and this disgustingly arrogant gut feeling telling me time and again that “So what, I did tell you to stay put, didn’t I?”.
Und dann passierte etwas ganz Seltsame. Ich hatte gerade die Wetterspitze umrundet – ganz vorsichtig natürlich, denn Luca meinte, es wäre wohl doch besser, wenn er mal die Traktionskontrolle zuschalte, so wegen rutschig und so – als ich die Bäume sah. Die waren weiß. Richtig weiß. Die Magie des Winterwunderlandes. Und plötzlich war ich ganz entspannt. Es ist doch nur Winter, und beileibe nicht der erste, den ich erlebe.
And then, something amazing happened. I had just made it round Weather Top – very carefully, of course, because Luca announced he had better turn on traction control because, you know, it’s slippery – when I noticed the trees. They were white. Really white. The magic of Winter Wonderland. And all of a sudden, I relaxed. It’s just winter, and definitely not my first one.
Ich bin gut nach Hause gekommen, und was hab ich daheim als erstes gemacht? Genau. Fotos. Den Rest des Abends rühre ich mich aber nicht mehr vom Sofa. Allenfalls noch, um meine Teetasse nachzufüllen. Mein Bedarf an Winterfahrten ist dann doch erstmal wieder gedeckt. :-))
I made it home okay. And guess what I did first thing after arriving? Exactly. Took photos. As for evening plans, I will stay put on the sofa, unless I need to get some fresh tea. A girl can only stand so much adventure, you know. :-))